Ho’oponopono ist eine traditionelle hawaiianische Heil- und Vergebungsmethode, die auf tiefem Verständnis für Verantwortung, Vergebung und Liebe basiert. Diese Praxis wird genutzt, um emotionale Blockaden aufzulösen, Konflikte zu heilen und inneren Frieden zu finden. Ursprünglich wurde Ho’oponopono in hawaiianischen Familien angewendet, um Streitigkeiten zu bereinigen und die Harmonie innerhalb der Gemeinschaft wiederherzustellen.
Im modernen Ho’oponopono liegt der Fokus auf der individuellen Verantwortung. Jeder Mensch erschafft seine Realität durch Gedanken, Überzeugungen und gespeicherte Erinnerungen. Durch das Praktizieren von Ho’oponopono können diese Muster bewusst gereinigt werden, sodass sich nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Umfeld zum Positiven verändert.
Dir selbst
Der erste Mensch, dem es zu vergeben gilt, bist immer Du selbst. Bei uns fängt alles an. Wir sind so häufig uns selbst gegenüber am härtesten und haben gegen niemand anderen so viele krasse Vorwürfe wie gegen uns selbst. Wir machen in jedem Moment und zu jeder Zeit das, was das Bestmögliche ist, selbst wenn es vielleicht nicht das Schönste oder Klügste ist. In diesen Momenten haben wir aus einem Muster an inneren Überzeugungen heraus gehandelt. Solange wir uns nicht selbst vergeben, wiederholen wir diese Muster immer wieder und würden uns mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in ähnlichen Situationen wieder so verhalten. Wenn wir beginnen, uns zu vergeben und die eigenen Schuldzuweisungen loslassen, verbinden wir uns wieder mit unserer eigenen Wahrheit, unserem Mitgefühl und der Liebe in uns. Wenn wir unsere eigenen Verletzungen annehmen und heilen, fällt es uns auch leichter, den Schmerz anderer Menschen zu sehen und ihnen zu vergeben.
Anderen Menschen
In unseren zwischenmenschlichen Beziehungen liegt für jedem von uns ein unglaubliches Potenzial für unsere eigene Heilung und für unser Wachstum. Wenn wir mit anderen Menschen eine Erfahrung machen, die uns verletzt, passiert das nur selten aus einer bösen Absicht heraus und oft hat es auch gar nichts mit uns zu tun, sondern der/ die andere hat aus seiner eigenen Verletzung und aus seinem eigenen Schmerz heraus gehandelt. Wenn wir das erkennen, können wir lernen, nicht alles persönlich zu nehmen und uns gesund abzugrenzen. Zum anderen bekommen wir in den Beziehungen mit anderen Menschen häufig die Chance, alles, was für uns selbst noch nicht geheilt ist, wie in einem Spiegel zu sehen. Andere Menschen spiegeln uns genau die negativen Überzeugungen wider, die wir für uns noch nicht transformiert haben, und machen uns unbewusst auf die Anteile in uns selbst aufmerksam, die wir noch nicht lieben.
Manchmal tragen wir noch Schuldzuweisungen mit uns herum, die nicht konkret mit einer anderen Person zusammenhängen. Das kann beispielsweise sein:
Aufgrund dieser Erfahrungen machen wir häufig dem Leben einen Vorwurf und machen uns so das Leben selbst schwer. Denn solange wir vorwurfsvoll gegenüber dem Leben sind, mit ihm hadern und die innere Einstellung haben, dass das Leben hart, ungerecht oder gegen uns sei, solange sind wir im Widerstand. Es ist so viel leichter und schöner, wenn wir daran glauben, dass das Leben immer für uns ist – auch bei den Erfahrungen, die hart, traurig und unglaublich herausfordernd waren. Der Schlüssel dafür ist, dass wir mit diesen Erfahrungen arbeiten, sie für uns transformieren, loslassen und uns selbst erlauben, zu vergeben und wieder Frieden mit dem Leben zu schließen.
Die heutige Form des Ho’oponopono basiert auf vier kraftvollen Sätzen, die helfen, emotionale Belastungen zu transformieren:
Diese Sätze wirken wie ein Schlüssel, um alte Verletzungen, Schuldgefühle oder negative Emotionen zu lösen. Sie können innerlich gesprochen oder leise gedacht werden und entfalten ihre Wirkung auf subtile, aber kraftvolle Weise. Im Anschluss werden die angesprochenen emotionalen Belastungen in Liebe an die Quelle von allem was ist übergeben und Dank dafür ausgesprochen.
Ein zentrales Prinzip von Ho’oponopono ist die vollständige Übernahme von Verantwortung. Alles, was im Außen geschieht, spiegelt innere Überzeugungen wider. Dies bedeutet nicht, dass jemand an äußeren Problemen „schuld“ ist, sondern dass er oder sie die Macht hat, durch inneres Aufräumen Veränderungen herbeizuführen.
Ho’oponopono zeigt, dass es möglich ist, äußere Umstände zu verändern, indem man sich selbst heilt. Durch das Reinigen innerer Blockaden löst sich die Energie, die bestimmte Probleme im Leben aufrechterhält.
Die traditionelle Form des Ho’oponopono wurde über Generationen hinweg von hawaiianischen Kahunas (Weisen oder Heilern) überliefert. Ursprünglich wurde es als Gruppenritual innerhalb von Familien durchgeführt. Ein Vermittler leitete das Ritual, um zwischen den Beteiligten Harmonie wiederherzustellen.
Morrnah Simeona (* 19. Mai 1913 in Honolulu, Hawaii; † 11. Februar 1992 in Kirchheim bei München) modernisierte die Methode und entwickelte sie zu einem individuellen Selbstheilungsprozess weiter. Ihre Lehre basiert auf dem Verständnis, dass jeder Mensch eigenständig für seine Realität verantwortlich ist und die Kraft besitzt, sie durch innere Reinigung zu transformieren. Dr. Hew Len (* April 1939; † 15. Januar 2022), ihr Schüler, machte Ho’oponopono durch seine Arbeit mit psychisch kranken Patienten bekannt und zeigte, dass Heilung von innen heraus geschieht. Seine Erfahrungen inspirierten Menschen weltweit, die Methode in ihr eigenes Leben zu integrieren.
Ho’oponopono kann auf vielfältige Weise in den Alltag integriert werden. Sie hilft dabei, emotionale Wunden zu heilen, Beziehungen zu klären und sich von negativen Gedankenmustern zu befreien. Besonders hilfreich ist Ho’oponopono in folgenden Bereichen:
Ho’oponopono kann jederzeit und überall praktiziert werden. Es ist keine äußere Handlung erforderlich – allein das stille Wiederholen der vier Sätze und die liebevolle Übergabe an die Quelle in Dankbarkeit genügt, um Veränderungen herbeizuführen. Wenn es um Vergebung gegenüber einer anderen Person geht, muss diese Person nicht anwesend sein.